Infrastruktur neu denken
Wie Infrastruktur-Sekundärtransaktionen einen Mehrwert für Investorenportfolios schaffen können
Das Jahr 2025 markierte einen Rekord für den Markt für Infrastruktur-Sekundärtransaktionen, mit einem Transaktionsvolumen von rund 25 Milliarden US-Dollar¹. Mit Blick nach vorn wird erwartet, dass sich dieser Markt zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente innerhalb der privaten Märkte entwickelt und Investoren ein zunehmend breites und diversifiziertes Spektrum an Investitionsmöglichkeiten bietet.
Seit 2016 sind die verwalteten Vermögen im Infrastrukturbereich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 17 % gewachsen und haben damit die meisten anderen bedeutenden Anlageklassen im Private-Capital-Bereich übertroffen. Dieses anhaltende Wachstum wurde durch strukturelle Megatrends wie Dekarbonisierung, Digitalisierung, Urbanisierung, Nachhaltigkeit und demografische Entwicklungen getragen und hat Infrastruktur als Kernallokation in institutionellen Portfolios etabliert.
Der Ausblick für Infrastructure Secondaries ist zunehmend attraktiv. Das erhebliche Volumen an Primärfundraising im Bereich private Infrastruktur über das vergangene Jahrzehnt, kombiniert mit der zunehmenden Reife dieser Fonds sowie der fortschreitenden Ausweitung des Universums an Infrastrukturmanagern, dürfte kurz- bis mittelfristig zu einem kontinuierlich steigenden Angebot an Sekundärtransaktionen führen. Diese Entwicklung wird zusätzlich durch den gestiegenen Bedarf sowohl auf Seiten der Limited Partners (LPs) als auch der General Partners (GPs) nach Liquidität verstärkt – insbesondere nach mehreren Jahren verhaltener M&A-Aktivität.
LPs nutzen den Sekundärmarkt aus unterschiedlichen Gründen. Dazu zählen der Bedarf an Liquidität auf Portfolioebene – einschließlich in Einzelfällen auch notleidender oder unter Zeitdruck abgewickelter Transaktionen („Fire Sales“) – sowie Portfolioanpassungen infolge des sogenannten Denominator-Effekts, einer Übergewichtung einzelner Manager oder Strategien oder umfassender strategischer Neuausrichtungen. Vor diesem Hintergrund zählen Infrastructure Secondaries weiterhin zu den am schnellsten wachsenden, zugleich aber noch vergleichsweise unterkapitalisierten Segmenten des globalen Sekundärmarktes. Laut PJT Partners ist der Markt für Infrastructure Secondaries in den vergangenen zwei Jahren von rund 11 Milliarden US-Dollar auf etwa 25 Milliarden US-Dollar gewachsen. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird ein Anstieg auf etwa 45 Milliarden US-Dollar erwartet.1
Verwaltete Vermögen von Infrastrukturfonds (in Mrd. USD)1
1Stand: September 2024.² Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate).³ Alle aktiven, nicht börsennotierten Infrastrukturfonds, ohne delistete Fonds und Publikumsfonds; einschließlich Infrastrukturfonds, die in fremdkapitalähnliche Instrumente investieren. Letztverfügbare Daten: Juni 2025. Quelle: Allianz Global Investors, basierend auf Daten von Preqin, abgerufen im Juni 2025.
Infrastructure Secondaries
Quelle: PJT Partners, FY2025 Secondary Market Insight (Januar 2026); PJT PCS Market Intelligence, Antworten auf die FY 2025 PJT Park Hill Secondaries Market Survey. (1) Historische Volumenschätzungen basieren auf früheren PJT PCS Market Insight-Berichten.
Wir sind der Auffassung, dass Infrastructure Secondaries ein überzeugendes Investitionsprofil bieten, da sie die defensiven und cashflow-generierenden Eigenschaften der Anlageklasse Infrastruktur mit den spezifischen Vorteilen von Sekundärtransaktionen verbinden.
Erstens ermöglichen Secondariesin der Regel Zugang zu reiferen Fonds, die sich bereits in einer fortgeschrittenen Phase der Wertschöpfung oder der Realisierung von Erträgen befinden. In dieser Phase des Lebenszyklus sind die zugrunde liegenden Vermögenswerte häufig mit geringeren Risiken behaftet (beispielsweise können zuvor in Entwicklung befindliche Projekte inzwischen vollständig errichtet und operativ sein), was zu einem insgesamt stärker risikoreduzierten Investmentprofil führt.
Zweitens können Sekundärinvestitionen die typischerweise mit Primärzusagen verbundene J-Kurve deutlich abmildern. Durch den Erwerb von Beteiligungen an etablierten Portfolios, die ein General Partner bereits über mehrere Jahre gehalten hat, erhalten Investoren Zugang zu Vermögenswerten mit kürzeren verbleibenden Haltedauern und entsprechend besser absehbaren Exit-Zeitpunkten. Insbesondere im Infrastrukturbereich ist zudem die Wahrscheinlichkeit höher, dass diese Assets von Beginn an laufende Erträge generieren, was die frühen Cashflows und die Planbarkeit der Renditen für Sekundärinvestoren verbessert.
Drittens bieten Sekundärtransaktionen eine seltene Möglichkeit, Zugang zu hochwertigen Vermögenswerten zu erhalten, die anderweitig nicht am Markt verfügbar sind. Über Sekundärtransaktionen können Investoren in Infrastruktur-Assets investieren, die General Partners über viele Jahre aufgebaut haben und für die aktuell kein aktiver Verkaufsprozess vorgesehen ist. Dieser Aspekt ist insbesondere im Bereich private Infrastruktur attraktiv, da bestimmte Teilsegmente durch eine begrenzte Anzahl besonders hochwertiger Assets mit ausgeprägten Wettbewerbsvorteilen gekennzeichnet sind.
In der Gesamtschau unterstreichen diese Eigenschaften die Rolle von Infrastructure Secondaries als wertvolle Ergänzung institutioneller Portfolios. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Fokus auf Portfolio-Transparenz, frühzeitigere Cashflows und Zugang zu hochwertigen Assets sind Infrastructure Secondaries gut positioniert, in den kommenden Jahren einen wachsenden Anteil an Allokationen in den privaten Märkten einzunehmen.
1 Quellen: Preqin, PJT Partners – FY2025 Secondary Market Insight (Januar 2026)